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Statement Plakate #tonifail

von Bastian Riesen

Liebe Angehörige der ZHdK

Aus aktuellem Anlass findet ihr seit heute auf den Gängen des Toni-Areals (zumeist) fiktive Zitate von (zumeist) fiktiven Personen, als Gegenrede auf die vor einigen Tagen gestartete Kampagne der Sicherheitsorganisation der ZHdK oder „Take Care Crew“.
 
Die Präsenz der Kampagne ist beachtlich, wurden doch die Lifte bis anhin noch nie auf solch eine umfassende Art für irgendeine Kampagne, Ankündigung oder Veranstaltungswerbung benutzt. Die Lifte gehören zu den höchstfrequentierten Orten im Toni-Areal und die Kampagne erreicht somit praktisch die ganze Hochschule.
 
In ironisch-satirischen Plakaten nehmen wir den versuchten humoristischen Versuch der Sicherheitsorganisation der ZHdK auf, um über die infrastrukturellen Bedingungen und Umstände eines Studiums an einer Kunsthochschule zu sprechen. Es scheint absurd die Studierenden für die Einschränkungen des Toni-Areals verantwortlich zu machen und sie im gleichen Atemzug zur gegenseitigen Überwachung zwecks Einhaltung von - in künstlerisch und gestalterischen Kontexten - widersinnigen oder gar hinderlichen Regeln anzuhalten. Dass ein Teil der Gemeinschaft ZHdK dabei zu Denunziantentum aufruft und dafür ein Gefäss schafft, halten wir für äusserst bedauerlich. Dieses Vorgehen schürt lediglich Misstrauen und behindert dadurch gemeinsame Lösungswege. Ziel müsste eine Kultur des gemeinsamen Ermöglichens und nicht des gegenseitigen Verhinderns sein.
 
Der Kampagne liegt ein für die ZHdK entscheidender Diskurs zugrunde: Wem soll das Toni-Areal dienlich sein? Innerhalb dieser andauernden Verhandlungen versuchen verschiedene Positionen in Bezug auf Sicherheits- und Nutzungsfragen eine Einigung zu finden. Aus den Ansprüchen der Studierenden wachsen andere Anforderungen an ein Gebäude als aus den Aufgaben der Sicherheitsverantwortlichen. Diese verschiedenen Positionen müssen in Einklang miteinander gebracht werden, ohne die Hauptziele der ZHdK aus den Augen zu verlieren. Dies kann nur durch einen gut geführten Dialog geschehen, aber nicht durch eine Kampagne, welche sich einseitig über „fehlbare“ Studierende lächerlich macht. Der Begriff „Fail“ wird im Internet in Zusammenhang mit der Anprangerung von Fehlschlägen und lachbaren Taten benutzt. In Zeiten von Cybermobbing und Public Shaming ist dieser Begriff stark stigmatisiert und dessen Gebrauch in einem institutionellen Kontext fragwürdig. Solche Witze auf Kosten der Studierenden verhärten unnötigerweise Fronten, anstatt den Dialog zu suchen und sich um eine gemeinsame Problemlösung zu bemühen.  
 
Im Wissen darum, dass viele der bestehenden Einschränkungen nicht auf Entscheidungen der Verantwortlichen der Schule zurückzuführen sind, meinen wir nun doch, dass es Zeit wird ehrlich zu werden und die Probleme zu benennen. So darf auch von der Institution und ihren Vertreter*innen erwartet werden, dass sie diese Probleme aktiv aufnehmen und gegenüber den entscheidungsbefugten, politischen Instanzen zur Kenntnis bringen, damit diese Fehler keine Wiederholung oder unbegrenzte Fortführung finden. Im Weiteren erwartet VERSO Ideen zur Behebung derjenigen Probleme, die der Sicherheitsorganisation offenbar bereits bewusst sind - im Gegensatz zur Bewahrung und Beförderung dieser Probleme und damit einhergehender Verwerfungen zwischen Verwaltung, Hausdienst, Sicherheitsorganisation und Studierenden. Bei entsprechendem Willen der Institution bietet sich VERSO als Studierendenorganisation mit Freude an, an ebensolchen Ideen mitzuarbeiten.
 
Hast auch du einen #tonifail entdeckt, der dich in deinem Studienalltag einschränkt? Dann hilf der Sicherheitsorganisation und der Verwaltung der ZHdK dabei Tätigkeitsfelder zu finden und poste ein Foto davon auf Instagram.
 
Hast du Fragen zu unseren Plakaten oder diesem Statement? Dann kontaktiere unseren Leiter des Ressorts Kommunikation, Bastian Riesen (bastian.riesen@zhdk.ch). Er beantwortet deine Anfrage gerne oder leitet sie an die zuständige Person weiter.
 
 
Herzliche Grüsse
VERSO

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